PRE - Cartujano

PRE heißt Pura Raza Espanola und bedeutet

"Pferd Reiner Spanischer Rasse" (umgangssprachlich Andalusier).

 

Als Cartujanos (Karthäuser) bezeichnet man Pferde einer bestimmten Blut-Linie in der Zucht des PRE´s, die sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen lässt.

Diese Linie wurde von den Mönchen in den Karthäuser-Klöstern ohne Fremdeinkreuzung gezüchtet.

Auf Grund seiner Legende gilt die Karthäuser-Linie als die wertvollste des PRE´s.

Man sagt diesen Pferden nach, dass sie sich durch große Nervenstärke, Noblesse und Schönheit auszeichnen.

 

 

P.R.E. – Pferde dürfen nur die Pferde genannt werden, die Apto – Papiere besitzen,

sprich "gekört" sind (und somit für die Zucht zugelassen sind und ins Spanische Zuchtbuch der ANCCE eingetragen werden).

Die Körung gilt für Hengste und Stuten.

 

Diese wundervolle Pferderasse hat ihren Ursprung höchstwahrscheinlich von den südiberischen Wildpferden, den Sorraias.

Ruy d´Andrade, der große iberische Hippologe, entdeckte 1920 eine etwa 30-köpfige Gruppe dieser Sorraias, die er erwarb. Neben der mittlerweile großen Herde von d´Andrade existiert in Deutschland noch eine kleine Herde bei München, die dem Ehepaar Dr. Schäfer gehört. Leider ist Dr. Michael Schäfer am 09.03.2001 verstorben, seine Frau versorgt jedoch weiterhin diese Pferde.

 

Die Faszination dieser herrlichen, schnellen, wendigen und noblen Pferde findet ihren Ausdruck in der Literatur und Malerei quer durch die Jahrhunderte, und fast alle Reiterportraits und Skulpturen erfolgreicher Feldherren, Kaiser, Kaiserinnen, Könige und Königinnen, Fürsten und Fürstinnen stellen ein Pferd spanischen Ursprungs dar.

Man kann tatsächlich vom Spanischen Pferd als lebende Legende sprechen, da sich der Typ dieses Pferdes über Jahrtausende bis in die heutige Zeit nur wenig verändert hat.

 

Einkreuzungen mit dem Berber scheinen bestanden zu haben, das spanische Pferd wurde dadurch jedoch nicht stark beeinflusst. Sehr unwahrscheinlich ist ein genetischer Einfluss des arabischen Vollblutes, was geschichtliche Fakten bestätigen können.

 

Die spanischen Pferde gelten als Barockpferde, da sie dem Typ des charakteristischen Reitpferdes während des Barocks nahe stehen und dem entsprungen sind. 

 

In neuerer Zeit werden in einigen Gestüten spanische Pferde nach dem modernen Reitpferdetyp gezüchtet, um im nationalen und internationalen Turniergeschehen mit den Warmblütern mithalten zu können, so dass der barocke Typ in Größe, Statur und Bewegung weitestgehend verschwindet.

 

Das barocke P.R.E. – Pferd ist ein Pferd in quadratischer Form mit harmonisch kurvenförmig verlaufenden Körperlinien und einem Stockmaß von

(ca) 1.54 – 1.65m. Das Profil des Kopfes ist gerade bis subkonvex, er besitzt gut ausgebildete Ganaschen, einen feinen, trockenen Unterkiefer und einen breiten, relativ hohen Halsaufsatz. Das Auge ist groß und lebhaft und von dreieckiger Form.  

Die Brust sollte breit, tief und muskulös sein, das Schulterblatt lang und schräg. Die Kruppe soll lang und sehr rund bemuskelt sein, damit ein vermehrtes Untertreten der Hinterbeine zur prädestinierten Versammlungsfähigkeit dieser Rasse ermöglicht werden kann.

Ein Rassemerkmal ist das meist wellige Langhaar von Schweif und Mähne. In der Erregung wird beim spanischen Pferd der Schweif, der tief und gut in die Kruppe gebettet liegt, nur leicht erhaben getragen, niemals aufgestellt, wie beim Araber.

 

Im Spanischen Stutbuch sind die Farben Schimmel, die zahlenmäßig überwiegen, sowie Braune und Rappen zugelassen. Seit 2003 zählen auch Füchse, ebenso Falben, und die noch sehr seltenen Palominos, Perlinos, Cremellos, Perlas und Champagne-Farben dazu, im Gegensatz zu Schecken, die nicht zugelassen sind.

 

Am herausragendsten sind die Charaktereigenschaften dieser Pferde:

hochnobel, sehr intelligent und menschenbezogen, zuverlässig und lernwillig - gepaart mit einem feurigen Temperament und großer psychischer Ausgeglichenheit.